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Anwendung

Auf der Schleimhaut der oberen Atemwege, die aus der Nase, den Nasennebenhöhlen, dem Nasenrachenraum, dem Schlund und dem Kehlkopf bestehen, bleiben täglich von ca. 10.000 bis 20.000 Liter Atemluft, Viren, Bakterien, Pollen und andere Reizstoffe zurück. Im Normalfall ist das Mikroklima in der Nase warm und feucht. Die Schleimhaut funktioniert dann wie ein Förderband, das die aufgefangenen Partikel mit Schleim durch die Nase hoch zum Rachen transportiert. Dort werden sie verschluckt und die Krankheitserreger von der Magensäure abgetötet. In der kalten Jahreszeit kann es allerdings schnell zur Abkühlung und Austrocknung der Schleimhaut und damit zum Erliegen des Schleimtransportes kommen. Die Folge ist ein Schnupfen, der durch Viren verursacht wird und eine verstärkte Sekretbildung in der Nase auslöst. Um die Auswirkungen des Schnupfens so gering wie möglich zu halten raten immer mehr Ärzte, der natürlichen Transportrichtung des Sekrets entsprechend, die Nase hochzuziehen und nicht zu schnäuzen. Durch den dabei entstehenden Sog wird auch Schleim aus den Nasennebenhöhlen und den Ohrtrompeten entfernt und der gesamte Bereich der oberen Atemwege wird dadurch weiterhin notdürftig mit Schleim versorgt um die Reinigung der Atemluft möglichst aufrecht zu erhalten.

Die Tatsache, dass statistisch in Deutschland jeder Bürger einmal im Jahr an Erkältungskrankheiten leidet und mehrere Millionen Deutsche wegen entzündeten Nasennebenhöhlen operiert werden müssen, zeigt wie ratsam es ist, den  natürlichen Schutz durch regelmäßiges Spülen der Nase zu ergänzen. Ein weiterer wichtiger Grund zum Spülen der Nase ist auch, dass man sein ganzes Leben lang versuchen sollte jegliche Entzündung zu vermeiden um das Immunsystem und das Herz nicht zu schwächen und damit das Lebensalter zu erhöhen.

Durch die regelmäßige Nasenspülung, mit einer mindestens einprozentigen Kochsalzlösung, wird die Schleimhaut von Krankheitserregern, Pollen, Schmutz und überschüssigem Sekret gereinigt. Daraus resultiert eine Unterstützung der natürlichen Abwehrfunktion der Nasenschleimhaut. Erkältungs- und Atemwegserkrankungen gehen nachweislich zurück.

Die regelmäßige Nasenspülung hat sich insbesondere bewährt bei:

  • häufig auftretendem Schnupfen
  • Bronchitis
  • Halsschmerzen
  • Neigung zu Nasenneben- und Stirnhöhlenbeschwerden
  • Mandel- und Rachenentzündungen
  • Trockenheit der Nasenschleimhäute und der Augen
  • Problemen mit Heuschnupfen
  • Allergiebeschwerden
  • Mittelohrentzündungen
  • Asthmabeschwerden
  • Tätigkeiten in staubigen, verschmutzten oder klimatisierten Räumen

Zur Grippe- und Pollenflugzeit sollte je nach Gefühl mehrmals am Tag gespült werden um ein Verstopfen der Nase zu verhindern. Dabei ist es ratsam, die Salzkonzentration der Spülflüssigkeit auf ca. zwei bis drei Prozent zu erhöhen. Auf die Osmose beruhend tritt dadurch verstärkt Sekret aus der Schleimhaut aus. Dadurch werden auch Krankheitserreger oder Pollen die sich bereits verhältnismäßig tief in der Schleimhaut befinden ausgespült und vorhandene Schwellungen gehen schneller zurück. Im Gegensatz dazu erfolgt bei einer Salzkonzentration von kleiner als 0,9 Prozent, durch den osmotischen Druck, ein Anschwellen der Schleimhaut durch die Aufnahme von Spülflüssigkeit.

Das Spülen der Nase ist insbesondere für Kinder ab 3 bis 4 Jahren sehr gut geeignet. Gerade Kindern fällt das Spülen durch das Hochziehen der Flüssigkeit verhältnismäßig leicht, da ihnen das Hochziehen der Nase als Schutzfunktion gegen Krankheitserreger angeboren ist. Aber leider gibt es die Unsitte „Hochziehen der Nase gilt als unerzogen und unappetitlich“. Damit wird bereits den Kindern die Nutzung dieser Schutzfunktion verboten und das Naseschnäuzen beigebracht.

In einer klinischen Studie hat der HNO-Arzt Jack M. Gwaltney von der University of Virginia den Innendruck der Nase  beim Schnäuzen gemessen. Der ist zehnmal so hoch wie beim Niesen und reicht aus, den mit Krankheitserregern durchsetzten Nasenschleim in die Nebenhöhlen zu treiben, wo er einen gefährlichen Infektionsherd darstellt. Insbesondere bei Kindern besteht zusätzlich die erhöhte Gefahr, dass über die noch sehr kurzen Ohrtrompeten die Krankheitserreger bis ins Mittelohr gelangen und es zur Mittelohrentzündung kommt. 

Ebenfalls ist es eine Unsitte davon auszugehen, dass Kinder, um das Immunsystem zu trainieren, lieber den Schnupfen haben sollten als die Nase zu spülen. In Wirklichkeit ist es doch so, man kann sein Immunsystem ein Leben lang  trainieren und trotzdem bekommt man regelmäßig seinen Schnupfen. Beim Spülen der Nase gelangen auch einige Viren in den Körper und lösen einen Schnupfen mit einem kaum spürbaren Verlauf aus. Aber gleichzeitig wird verhindert, dass sich zusätzlich bakterielle Erkrankungen einstellen.

Im Ergebnis einer Studie der Medizinischen Hochschule Hannover könnte eine bevölkerungsweite, dem Zähneputzen vergleichbare Anwendung der Nasenspülung die Krankheitslast sowohl hinsichtlich subjektiver Beschwerden als auch kostenwirksamer Erkrankungen verringern und somit vielen Menschen zu einer besseren Gesundheit verhelfen und gleichzeitig zu einer wesentlichen Kostensenkung im Gesundheitswesen beitragen.

Als eine zentrale Aufgabe erscheint es jetzt, die Methode der täglichen Nasenspülung mit einer Kochsalzlösung und ihre heilsame und vorbeugende Wirkung in der gesamten Bevölkerung bekannt zu machen und zu verbreiten.